Fang den Blitz bevor er schadet



06/19/2009: Eine Million Blitze gehen jedes Jahr auf Deutschland nieder, doch der Überspannungsschutz wird vernachlässigt. Dabei ist es so einfach, Schäden durch Überspannungen zu vermeiden.

Blitze, aber auch das betriebliche Schalten großer Lasten, können eine Überspannung in der Versorgungsleitung auslösen. Diese Transienten treten nur für Bruchteile von Sekunden auf, aber die Folgen sind verheerend. Wenn dabei ein Gerät durchbrennt, ist das noch das kleinste Übel. Doch Brände und der völlige Ruin einer Firma sind keine Seltenheit, denn Versicherungen zahlen nur die Hardwareschäden. Aber was ist mit dem Produktionsausfall, den Maschinenstillstandszeiten, dem Ertragsausfall und natürlich dem Datenverlust?

Industrielle Fertigungsbetriebe arbeiten heute "just in time". Doch ohne EDV-System verlässt kein Produkt eine Fabrik. So kann ein Unternehmen schnell ins Aus geraten. "Unternehmer müssen Schäden verhüten, indem sie ihre unternehmensbedrohenden Risiken kennenlernen", erklärt Dipl.-Ing. Petra Raab, Pressesprecherin technisches Marketing der Firma Dehn und Söhne, Aussteller der Elektrofachmesse efa. Ein Konzept zum Überspannungsschutz gehört deshalb unbedingt zum betrieblichen Risikomanagement. Schon bei der Planung von Gebäuden und Anlagen muss der Blitz- und Überspannungsschutz mit bedacht werden.

Blitzschutzsysteme schützen Gebäude und Anlagen vor direkten Blitzeinschlägen. Dabei ist auf den äußeren und auf den inneren Blitzschutz zu achten. Ein äußeres Blitzschutzsystem fängt direkte Blitze ein, leitet den Blitzstrom zur Erde ab und verteilt ihn dort über eine Erdungsanlage. Der innere Blitzschutz verhindert gefährliche Funkenbildung innerhalb eines Gebäudes oder einer Anlage. Die entstehenden Potenzialunterschiede reduziert der Blitzschutzpotenzialausgleich. Das wird durch die Verbindung der leitenden Anlagenteile mit Hilfe von Leitungen und Klemmen oder durch eine indirekte Verbindung mit den Überspannungsschutzgeräten erreicht. Nachgeschaltete Überspannungsableiter für empfindliche elektronische Betriebssysteme verringern die Reststörgrößen, begrenzen die induzierten Überspannungen und schützen so die Endgeräte.

"Die Probleme liegen darin, dass Blitz- und Überspannungsschutz für die Funktionalität einer Anlage nicht nötig erscheinen und deshalb vergessen werden, oder aber sie werden aus wirtschaftlichen Gründen weggelassen", bedauert Raab.
Für den professionellen Schutz gilt die Blitzschutznorm DIN EN 62305. Sie befasst sich mit allgemeinen Grundsätzen des Blitzschutzes, dem Risikomanagement, dem Schutz von baulichen Anlagen und Personen sowie den elektronischen und elektrischen Systemen in baulichen Anlagen. So unterscheiden sich die Anforderungen je nach Einsatzbereich. Die Anbieter stellen meist Produktfamilien für verschiedene Anwendungen zur Verfügung. Die Systeme sind modular aufgebaut, so dass sie auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt werden können. Schützen ist kein Problem, aber Petra Raab ist sicher: "Wichtig ist, dass man sich mit dem Thema auseinandersetzt und dass die Verantwortlichen in Industrie und Handwerk sensibilisiert werden. Denn alles muss störungsfrei arbeiten, auch wenn es blitzt und donnert."

(Quelle: Leipziger Messe GmbH)

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